Termine

Keine Termine
   

Newsletter

Immer auf dem Laufenden sein!
Newsletter abonnieren!

   

Landwirtschaft

Landwirtschaft: MähdrescherBesonders groß sind die Unterschiede zwischen den USA und der EU, wenn wir unseren Blick auf die Landwirtschaft richten. US-amerikanische Landwirtschaft bedeutet Farmen mit industriellem Ausmaß. Im Schnitt sind dortige Farmen etwa 14 mal so groß wie europäische Agrarbetriebe.

Vieles was in Europa von den Verbrauchern nicht akzeptiert wird, ist in den USA alltägliche Praxis wie z. B. hormonbehandeltes Fleich oder genmanipulierte Lebensmittel.
In den USA wird für das schnellere Wachstum das höchst umstrittene Hormon Ractopamin sowohl in der Schweine- als auch in der Rinderzucht eingesetzt. In 160 Ländern ist dieses Mittel nicht erlaubt. Fleisch von Tieren, die mit Ractopamin behandelt wurden, darf zum jetztigen Zeitpunkt nicht in die EU exportiert werden. Und das ist auch gut so! Die US-Unterhändler jedoch wollen genau dieses Verbot kippen. Wir wollen das nicht...

 

GentechnikGentechnik

Europaweit wird der Einsatz von Gen-Technik entschieden abgelehnt. In den USA geht man damit weitaus sorgloser um, Gentechnik ist hier an der Tagesordnung. Die Grafik des Bundes für Umwelt- und Naturschutz - BUND - spricht Bände: Auf 44% der landwirtschaftlich genutzten Fläche in den USA werden genmanipulierte Pflanzen angebaut! Diese 44% sind fast doppelt so viel wie das Staatsgebiet der Bundesrepublik! In der EU sind es zum Vergleich gerade ein mal 0,1%.

Genmanipulierte Lebensmittel müssen in den USA nicht gesondert gekennzeichnet werden. Im Zuge einer Harmonisierung würden solche Lebensmittel auch ohne weitere Kennzeichnung in die EU exportiert werden dürfen. Unser Landwirtschaftsminister Schmidt (CSU) rühmte sich einst, dass er aus den USA den Vorschlag mitbrachte, künftig per Smartphone den Barcode auszulesen und sich mit einer App die Info zu holen, ob das betreffende Lebensmittel mit gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurde oder nicht.
Wieso einfach, wenns kompliziert geht?

 Pestizide

Viele Pestizide sind in der EU verboten worden, werden aber in den USA weiter benutzt. Auch die Grenzwerte sind in der EU im Allgemeinen wesentlich niedriger. In den USA sind die Grenzwerte für Pestizide ziemlich hoch. Es scheint darauf hinauszulaufen, die Grenzwerte zum Maßstab zu nehmen, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO und der Ernährungs- und Landwirtschaftorganisation der UNO - der EFO - festgelegt wurden. Diese sind meist niedriger als jene der USA. Dort würden diese Grenzwerte eine Verbesserung darstellen. Allerdings sind diese oft deutlich höher als in der EU. Für die EU würde dies also eine massive Verschlechterung bedeuten.

Fachleute befürchten, dass die europäische Landwirtschaft zu den großen Verlierern gehört, sollte TTIP eines Tages in Kraft treten. Billig produziertes Hormonfleisch und genmanipuliertes Getreide könnte ohne jegliche "Handelsbarrieren" den europäischen Markt überschwemmen und die heimischen Bauern in den Ruin treiben, während andersherum nur bestimmte hochqualitative Nischen von den Vorzügen des ungehinderten Zugangs in den US-Markt profitieren würde.

Umweltschutz

UmweltschutzOb Gesundheits- oder Umweltschutz: In Europa gehen wir an die Dinge gänzlich anders heran als in den USA. Denn in Europa gilt das Vorsorgeprinzip. Das bedeutet, dass neue Stoffe und Produkte auf Herz und Nieren getestet werden müssen, bis die Unbedenklichkeit für Mensch, Tier und Umwelt nachgewiesen ist. In den USA gilt hingegen das Nachsorgeprinzip. Firmen haften, wenn ein von ihnen eingeführtes Produkt sich im Nachhinein als schädlich erweist. Dies erklärt die für unsere Gewohnheiten teilweise absurd hohen Schadensersatzansprüche amerikanischer Verbraucher. Jedoch ist dann das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Bei Einzelschicksalen mag dies noch als solches abgetan werden können; wenn aber beispielsweise durch ein gentechnisch verändertes Lebensmittel eine irreversible Schädigung weiter Teile der Bevölkerung eintritt, dann zeigt sich der große Nachteil des Nachsorgeprinzips.

In diesem europäischen Geist entstand auch die REACH genannte Chemikalienverordnung (Reach, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals). Demnach dürfen nur Stoffe in Verkehr gebracht werde, die auch registriert sind. Auch Tierversuche können dadurch vermieden werden, weil nun geprüft werden muss, ob entsprechende Test  bereits von jemand anderem durchgeführt wurden. Die Unbedenklichkeit eines Stoffes muss zweifelsfrei geklärt sein (Vorsorgeprinzip). In den USA gilt wie schon beschrieben das Nachsorgeprinzip. Um die Giftigkeit eines Stoffes zu beweisen, gehen aber oft viele Jahre ins Land. Das bekannteste Beispiel ist wohl Asbest, das in Europa längst aus dem Verkehr gezogen, in den USA aber nach wie vor im Verkauf ist.

Ein Abkommen wie REACH würde nach dem Geist von TTIP künftig als Handelshemmnis einzustufen sein.

Das Reizthema Fracking bewegt die Gemüter. Mittels Chemikalien werden dabei Erdgas- und Erdölvorräte aus z. B. Schiefergestein gepresst. Diese Chemikalien lösen sich aber nicht in Wohlgefallen auf, sondern belasten über kurz oder lang das Grund- und somit auch das Trinkwasser. In den USA ist die Methode noch relativ unumstritten und die USA stillt einen viel größeren Teil ihres Energiehungers dank Fracking mittlerweile selber. Aber der Peak ist offensichtlich schon erreicht. Die Fördermengen gehen zurück; die Verseuchung mit Chemikalien bleibt über Generationen hinweg bestehen. Kanada wurde bereits verklagt, weil es ein Fracking-Moratorium erlassen hat. Ähnliches steht mit TTIP auch in Europa zu befürchten: Fracking kann als Handelshindernis eingestuft werden. Intransparente Schiedsgerichte können dem Ansinnen stattgeben und die Bundesregierung zwingen, deutschen Boden ausländischen Konzernen für Fracking zu öffnen.

TTIP Seite 1: Wirtschaftliche Wunder; Schiedsgerichte
TTIP Seite 2: Regulatorische Kooperation; der Mittelstand

   

 

Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP und CETA

 

   

   
© 2015 STOP TTIP Nürnberger Land